Sorgen-Tagebuch Film | mit Harry Bejol – Filmmusik

Sorgen Tagebuch Projekt

Das Sorgen-Tagebuch ist eine digitale Anlaufstelle für Menschen mit Wünschen und Ängsten. Der Filmemacher Harry Bejol drehte dazu einen Film und bat mich dafür die passende Musik zu komponieren. Mehr Informationen zum Projekt und Details zur Zusammenarbeit erfährst Du hier!

Für mich als Filmkomponist war 2021 trotz Corona ein sehr erfüllendes Jahr. Ich habe viele verschiedene Projekte vertonen dürfen. Dazu zählen ein Kurzfilm über Autismus, ein Filmmusik-Popsong, ein Hörspiel sowie eine Superheldenkomödie. Einen schönen Abschluss bildet das Sorgen-Tagebuch. Gerade in Zeiten von Pandemie und wirtschaftlichen Ängsten tut gut zu wissen, dass jemand da ist und einem Hoffnung gibt.

Wer ist Harry Bejol?

Harry Bejol

Der Filmemacher, Harry Bejol ist ursprünglich gelernter Bau- und Möbelschreiner. Später begann er ein Studium der Literatur und entwickelte damit seine Leidenschaft weiter über Menschen und ihr Umfeld zu schreiben. Nach seinem Bachelorabschluss entschied er sich für einen Master der Philosophie und arbeitete dann als freier Journalist.

Während seiner journalistischen Arbeit knüpfte er erste Kontakte in der Filmbranche. Damit ging seine Leidenschaft des geschriebenen Wortes in das Bewegtbild über. Bis heute arbeitet er als freier Journalist für die FREIeBÜRGER Zeitung. Zudem gründete er die Medienagentur und Filmproduktionsfirma HB Films Freiburg und bietet Video-Content und Marketing Beratungen an.

Was ist das Sorgen-Tagebuch?

Das Sorgen-Tagebuch ist eine anonyme Anlaufstelle für Menschen, die Ihre Sorgen, Wünsche und Probleme jemanden anvertrauen möchten. Im Unterschied zu einem Sorgen-Telefon können Nutzer einen schriftlichen Eintrag hinterlassen und das ganz anonym und kostenlos. Auf Wunsch bietet sich sogar die Möglichkeit eine Antwort zu erhalten und damit einen anderen Blick auf die Dinge zu bekommen.

Merkmale der Filmmusik “Sorgen-Tagebuch”

Bei der Musik des Films über das Sorgentagebuch handelt es sich um zwei angepasste Versionen meiner bereits bestehenden Songs. Zum einen “Heaven’s Touch” und zum anderen “Babylon18“. Beide Pianostücke bilden eine ruhige Atmosphäre und eignen sich darum sehr gut, um im Hintergrund eine warme und angenehme Stimmung zu erzeugen. “Heavens Touch” wird dabei jeweils am Anfang und am Ende gespielt und schafft dadurch eine emotionale Klammer. In der Mitte des Films unterstreicht “Babylon18” einen wichtigen Moment des Alleinseins.

Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Im Herbst 2021 schrieb mich Harry Bejol über meine Website an. Er hatte nach gemafreier Musik und einem Komponisten gesucht, der sein Projekt begleitet. Daraus ergab sich ein sehr angenehmes Telefongespräch und wird konnten schnell mit der Zusammenarbeit beginnen.

Interview – Harry Bejol

Freundlicherweise stand mir Harry Bejol für ein Kurz-Interview zur Verfügung. Hier beantwortete er mir Fragen zu seiner Arbeit als Filmemacher und wie sich die Corona-Krise auf seine Arbeit ausgewirkt hat. Vielen Dank dafür und auch für eine sehr inspirierende Zusammenarbeit.

Was treibt Dich an Filmemacher zu sein?

Harry Bejol: Da gibt es einige Dinge. Was dabei jedoch deutlich hervorsticht ist der Faktor Kreativität: Dinge oder Begebenheiten so im Bewegtbild umzusetzen, dass diese zum einen für den Betrachter toll aussehen, verständlich sind und auch nicht nur als eine Kopie von bereits dargebotenen Filmmaterial erscheinen. Zum anderen ist es mit dem Bewegtbild möglich, dem Betrachter jegliche Interpretationsweise zu entziehen. Einfach ausgedrückt: mit dem Bewegtbild kann man (sofern gewünscht) exakt das darstellen, was man darstellen möchte. Ein einzelnes Bild lässt immer einen Spielraum für Interpretation übrig.

Wann hast Du mit dem Filmemachen angefangen?

Harry Bejol: Der Ursprung war gegen Anfang 2018, mit dem Satz: “Du bist doch auch von der Presse, dann halte doch bitte mal kurz die Kamera und film das mit [ich muss aufs Klo].” Bei einem Pressetermin zu einer Kundgebung einer Bürgerveranstaltung in Freiburg, bei der ich nicht einmal beruflich war, drückte mir ein Kollege seine Kamera in die Hand und verschwand. In dem darauf folgenden veröffentlichten Beitrag, konnte ich meine damals noch sehr unprofessionelle Filmaufnahme tatsächlich wiederfinden.

Das hat irgendetwas bei mir ausgelöst und so besorgte ich mir einen 99.- EURO Camcorder und fing mit dem Ding an zu experimentieren. Da ich Dinge ungern einfach nur so angehe, habe ich viel über das Filmen gelernt, neues Equipment gekauft und Anfang 2019 meinen ersten öffentlichen Reportagebeitrag mitverfasst. Anfang 2020 folgte sodann die Gründung von HB Films Freiburg, für eigene kleine Filmproduktionen. 

Wie hat sich aus Deiner Sicht die Corona-Krise auf die Film- und Filmemacher Branche ausgewirkt?

Harry Bejol: Als ich 2020 HB Films gegründet habe, war mir klar, dass ich mit klassischen Filmproduktionsfirmen (noch) nicht im Ansatz konkurrieren konnte. Allein das technische Equipment dieser Unternehmen überstieg mein damaliges Finanzierungskapital um Längen. Somit setzte ich mich in eine Sparte, die diese Firmen nicht bedienen konnten – den Kleinunternehmer, den Solokünstler, junge Musiker und Bands. Die erste größere Produktion war ein offizielles Musikvideo mit Heirs to the Wild. Bereits bei der Erstellung des Drehplans begann die erste Corona-Welle. Dennoch haben wir die Dreharbeiten irgendwie durchgezogen, sodass das Video gegen Ende 2020 veröffentlicht werden konnte.

Was den Rest meiner potentiellen Kunden anging, so wurden diese durch die Corona-Maßnahmen zu 100% eliminiert. Und das wiederholte sich jetzt insgesamt dreimal und nun stehen wir vor Nummer Vier. Um es einfach auszudrücken: Nur durch viele kleine Nebenarbeiten und meinen Beruf als Journalist war es mir möglich HB Films Freiburg bis heute zu halten und das trotz schwerer Schäden. Nebenbei musste man mit ansehen, wie ein Künstler, Kleinunternehmer, Bekannter, Freund nach dem anderen seine Existenz verlor. 

Um die Frage direkt zu beantworten – die Auswirkungen auf unsere Branche sind fatal. Gerade in der Filmbranche sind die fixen Kosten für Equipment, Versicherungen und Personal extrem hoch. Eine ungesicherte und unregelmäßige Auftragslage bedeutet oftmals ein sehr schnelles Aus.

Welche Tipps kannst Du jungen Filmemachern und Filmemacherinnen auf den Weg geben?

Harry Bejol: Technisches Equipment ist extrem teuer und manchmal muss man die nötigen Ausgaben dafür leisten. Jedoch kann man bereits mit viel Kreativität und dem nötigen Know How sehr gute Ergebnisse erzielen. Die wichtigsten Dinge beim Filmen sind der Aufbau der Story und der Produktion, das Licht und die räumliche Kreation (Darsteller und Räumlichkeit). Beim Aufbau bedarf es lediglich einer gewissen Kreativität und Logik: Je besser die Abläufe geplant sind, umso besser läuft die eigentliche Produktion. 

Für die Story ist es wichtig, dass man so viele Köpfe als möglich zusammenbringt. Erzählt anderen von der Story. Beobachtet ihre Reaktionen darauf und unterhaltet euch mit anderen darüber, um neue Ideen oder sog. Ablauf-Fehler finden zu können. 

Das Licht ist für jede Kamera und jegliches Endprodukt unglaublich wichtig. Natürlich gibt es hier Anleitungen zum Grundaufbau und dem nötigen Equipment. Mein Tipp hierfür ist: experimentieren! Probiert gewisse Situationen einfach aus. Macht Probeaufnahmen und seht euch das Ergebnis an – was sieht gut aus, was nicht so gut. Wenn ihr ein passendes Ergebnis habt, dann kann es für die eigentliche Produktion guten Gewissens verwendet werden. Bei Licht gilt immer (natürlich unter Einhaltung qualitativer Standards) eine künstlerische Freiheit.  

Der Ausdruck des Bildes (räumliche Kreation) ist ebenfalls sehr wichtig! Zunächst muss klargestellt sein, was das Bild ausdrücken soll und wofür es gemacht wird (dieser Ablauf sollte bereits in der Planung – Story und Produktion – abgeschlossen sein). Dann sollte auch hier zunächst vieles ausprobiert werden: Ihr könnt z.B. Freunde fragen, ob sie sich ablichten lassen wollen (das Video muss ja nicht gleich veröffentlicht werden), und zwar unter Verwendung eines ansprechenden Hintergrundes – z.B. im Freien. So kann man viele Orte ausprobieren, die einem für die spätere Produktion dienlich sein können und evtl. entdeckt man innerhalb seines Freundeskreises das eine oder andere Talent.

Kurz gesagt: Man sollte nicht gleich das teuerste Equipment einkaufen, sondern am besten mit sehr günstiger Tech herumexperimentieren. Wenn man damit sodann gutes Material produzieren kann, dann ist man bereit für den nächsten Schritt. Zudem gibt es in YouTube sehr viele gute Tipps für die räumliche Kreation oder die Anwendung von Licht. Das Unverzichtbare aus meiner Sicht, ist das Produzieren von Fehlern. Macht Fehler – so viele wie nur irgend möglich – , lernt diese zu erkennen und dann zu beseitigen.  

Was sind Deine nächsten Projekte? Sofern Du darüber sprechen kannst.

Harry Bejol: Ja, aufgrund der aktuellen Situation hat meine Woche mit Absagen für geplante Projekte im I Quartal 2022 begonnen. Im Moment kann ich die Aussage treffen, dass ich in der gegenwärtigen Lage HB Films Freiburg noch bis Ende März 2022 halten kann. Danach ist Feierabend. Was sich bis dahin noch entwickeln wird, ist leider ungewiss. 

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Links

Website Sorgen Tagebuch

Website HBFilmsFreiburg

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