Wirkung von Musik – Teil 1: Instrumente

Die Wirkung von Musik ruft verschiedene Emotionen hervor. Sie kann Menschen zu Tränen rühren oder ihnen Freude bereiten. Dabei spielt die Auswahl der Musikinstrumente eine wichtige Rolle. Jedes Instrument kann in Art und Spielweise für eine Emotion stehen. Welche, findest Du in folgender Übersicht.

Psychologische Wirkung von Musik

Musik löst in jedem von uns eine Wirkung aus. Freude, Trauer, sogar Angst können durch musikalische Einflüsse entstehen. Der Soundtrack einer medialen Botschaft ist daher ein tragendes Element zum Erzeugen von Emotionen. Je nach Charakter oder Hörgewohnheit des Hörers wird Musik dabei subjektiv wahrgenommen.

Ein Großteil der musikalischen Wahrnehmung machen dabei unsere persönlichen Erfahrungen aus. Ein jemand verbindet mit einem Lied den ersten Kuss, ein anderer assoziiert damit den Verlust eines Verwandten. Hier sind Freude und Trauer oft stark miteinander verknüpft. Doch neben all den subjetiven Einflüssen, können Komponisten von Filmmusik gezielt Instrumente nutzen, um Stimmungen und Emotionen zu erzeugen und darüber hinaus Urinstinkte beim Hörer ansprechen.

  • Ganz stark macht sich die Wirkung von Musik in Horrorfilmen bemerkbar, hier muss dem Zuhörer die Musik gar nicht zusagen oder gefallen, rein der Einsatz von tiefen bis sehr schrillen Klängen, erzeugt unterbewusst eine bedrohliche Grundstimmung. Der Empfänger verspürt Angst.

Einsatz von Musik in Film und Werbung

Musik und Emotionen haben eine enge Verbindung. Genau diese Eigenschaft machen sich Komponisten für Kinofilme und Werbung zur nutze, um unterschwellig den Zuschauer zu beeinflussen. Ohne Filmmusik ist heutzutage das Erzählen einer Geschichte in TV, Kino aber auch innerhalb neuer Medien, wie Onlinewerbung oder Computerspielen, undenkbar. Folgende Punkte spielen eine entscheidende Rolle bei der Schaffung von Emotionen durch Musik.

  1. die Auswahl der Musikinstrumente
  2. das Tempo, wie auch die Spielweise
  3. die Komposition – Harmonie und Melodieführung
Komponieren nach Regie. In der Filmmusik können Aussagen durch Musik verstärkt werden.

Gezielte Emotion durch Instrumentenauswahl

Wie ich bereits in einem Interview auf Werbezunder beschrieben habe, kann die Auswahl und die Tonhöhe von Instrumenten eine sehr entscheidende Rolle spielen, um beim Zuhörer Emotionen entstehen zu lassen. Hierbei geht es nicht um die Komposition an sich, sondern um die Wirkung, die allein die Auswahl der Instrumente hervorruft. Im Fachjagon wird auch von der Mood-Technik gesprochen. Es folgt eine Übersicht von Instrumenten, und wie diese auf Menschen wirken.

Instrumente und Klischees

Es gibt Instrumente, denen positive oder negative Eigenschaften zu geordnet werden. Hier gibt es eine grobe Übersicht:

Positive Instrumente

  • Violine
  • Flöte
  • Piano

Freundliche und fröhliche Eigenschaften werden Violinen und Flöten zugesprochen. Außerdem können diese Instrumente Ausgelassenheit und Liebe ausstrahlen. Ein Piano steht für Romantik und erzeugt beim Zuhörer ein Wohlbefinden.

Negative Instrumente

  • Kontrabass
  • Tuba
  • Klarinette

Denen stehen Instrumente gegenüber, die mit eher negativen Eigenschaften behaftet sind. Blasinstrumente können für szenische Ernsthaftigkeit oder einen Verlust stehen und ein Gefühl von Abschied vermitteln. Kontrabässe stehen für Bedrohung und lassen ein Unheil erahnen.

Instrumentenauswahl und Wirkung

Folgender Abschnitt ist ein grober Überblick der typischen Melodieinstrumente, auf die ein Komponist innerhalb eines Orchesters zugreifen kann. Dazu zählen:

  • Streichinstrumente
  • und Blasinstrumente

Weiß der Komponist, welche Emotionen er in der jeweiligen Filmszene erzeugen möchte, kann er unter folgenden Instrumenten und deren Tonlage auswählen:

Streicher und deren emotionale Wirkung

InstrumenteTiefe TonlageMittlere TonlageHohe Tonlage
Cello
  • bedrohlich,
  • traurig
  • warm,
  • leidenschaftlich
  • melodisch,
  • nachdenklich
Contrabass
  • dramatisch,
  • angespannt
  • tragend,
  • druckvoll
  • klagend,
  • nachdenklich
Viola
  • dramatisch,
  • dunkel
  • sanft,
  • warm
  • melodisch,
  • dünn
Violine
  • grämlich,
  • dunkel
  • romantisch,
  • warm
  • glänzend,
  • melodisch

Bläser und deren emotionale Wirkung

InstrumenteTiefe TonlageMittlere TonlageHohe Tonlage
Fagott
  • dramatisch,
  • launisch
  • geheimnisvoll,
  • kraftvoll
  • dünn,
  • klagend
Flöte
  • geheimnisvoll,
  • unterschwellig
  • feinfühlig,
  • romantisch
  • freundlich,
  • hell
Klarinette
  • ernst,
  • sehnsüchtig
  • sanft,
  • warm
  • feierlich,
  • melodisch
Horn
  • Intensiv,
  • spannend
  • heroisch,
  • warm
  • kraftvoll,
  • zuversichtlich
Tuba
  • bedrohlich,
  • dramatisch
  • spannend,
  • kraftvoll
  • mitreißend,
  • zuversichtlich
Posaune
  • dramatisch,
  • dunkel
  • angespannt,
  • stark
  • melodisch,
  • behäbig
Trompete
  • dramatisch,
  • sehnsüchtig
  • melodisch,
  • kraftvoll
  • heroisch,
  • positiv

Fazit

Grundsätzlich gilt, je tiefer die Tonlage, umso bedrohlicher wirkt ein Instrument. Mittlere Tonlagen stehen für warme und melodische Klänge, wohingegen hohe bis sehr hohe Tonlagen Glanz und Energie verbreiten und nach Aufmerksamkeit schreien.

Ein positives Instrument wie eine Flöte kann selbst in tieferen Tonlagen negativ wirken, indem sie, wie in der Tabelle gezeigt, unterschwellig und geheimnisvolle Emotionen hervorruft. Einen starken Kontrast sehen wir bei Hörnern oder Trompeten. Diese wirken in tieferen und mittleren Tonlagen eher ernst und sprühen im hohen Tonbereich geradezu vor Energie und Zuversicht.

Zusammenfassung Musik und Emotionen | 3Sat Scobel

Bei meiner Recherche zum Thema Filmmusik und Wirkung bin ich auf folgendes Video gestoßen, dass nochmal passend das Thema zusammenfasst und Aspekte anspricht, auf die ich in meinen späteren Artikeln detaillierter eingehen werde.

Hast Du Fragen oder Anmerkungen zum Thema? Dann schreibe mir in die Kommentare oder kontaktiere mich via Mail. Ich freue mich.

Der 2. Teil von „Wirkung von Musik“ wird sich mit dem Thema „Tempo und Spielweise“ auseinandersetzen.

Produktempfehlung: Filmmusik in der Praxis

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