Manipulation durch Musik – die Macht der Klänge

Musik wird gezielt eingesetzt, um Emotionen zu erzeugen und uns zu manipulieren. Werbetreibende und die Unterhaltungsindustrie haben das erkannt und schwören auf die Macht der Klänge.

Musik manipuliert uns täglich

Wir wachsen mit Musik auf und verknüpfen mit ihr Erinnerungen – sie ist Teil unseres Lebens. Egal ob im Kaufhaus, im Kino oder im Internet. Musik beeinflusst unseren Alltag. Klänge umgeben uns und werden sogar gezielt eingesetzt, um unsere Wahrnehmung und unser Handeln zu beeinflussen. Im Kino kann Filmmusik die Wirkung einer Szene emotional unterstreichen. Musik in der Werbung kann unsere innersten (Kauf)Wünsche ansprechen. Auch Supermärkte nutzen Musik als eine ihrer Verkaufsstrategien, um den Konsum zu fördern. Doch wie manipuliert man Menschen mit Musik?

Musik als universelle Sprache

Bei Musik braucht es keine Worte, um eine emotionale Botschaft zu übertragen. Musik kann von jedem verstanden werden – Musik ist universell. Tiefe Töne stehen für Bedrohung und sprechen unsere Urinstinkte an – wie ein knurrende Löwe, vor dem wir instinktiv wegrennen wollen. Hohe Töne und verspielte Melodien vermitteln Leichtigkeit – wie zum Beispiel fröhliches Vogelgezwitscher an einem Sommermorgen. Das macht sich die Unterhaltungsindustrie zur Nutze und wirbt unter Verwendung von Musik um unsere Aufmerksamkeit und steuert so unsere Kaufentscheidung.

Wo wird Musik als Manipulationsmittel verwendet?

Musik und Klänge begegnen uns überall im Alltag. Folgende Auswahl zeigt einige Bereiche, in denen Musik bewusst eingesetzt wird, um Menschen unterschwellig zu beeinflussen:

Musik im Kaufhaus

Musik kann in Läden und Kaufhäusern eine wohltuende Atmosphäre erzeugen und eine unangenehme Stille verhindern. Potentiellen Käufern wird dabei ein Gefühl von Entspannung vermittelt. Dadurch wird ihre Kaufbereitschaft erhöht. Diese Verkaufsstrategie funktioniert am besten in kleinen Fachgeschäften. Ein Beispiel hierfür wären Weinhändler, die ausgewählte Musik aus der Region spielen, und somit positiv auf das Kaufverhalten ihrer Kunden einwirken.

Politik und Werbung

Sei es in Werbung für Produkte oder für Parteien in Wahlwerbespots, Musik kann gezielt genutzt werden, um den menschlichen Willen zu beeinflussen. Musik ist Emotion. Darauf setzt auch die Werbeindustrie und versucht deshalb mit Hilfe von Musik unterschwellig auf das Kaufverhalten von Menschen Einfluss zu nehmen. Das gleiche gilt für Wahlwerbespots: Hier wird ein politisches Thema emotional, meist mit Pianoklängen, verstärkt. Das fördert die Bindung zum präsentierten Politiker und seiner Botschaft.

Filmmusik

Seit knapp hundert Jahren wird Filmmusik aktiv genutzt um Filme emotionaler zu gestalten. Hier wird eine Symbiose zwischen Bild und Musik geschaffen. Das visuell gezeigte wirkt dadurch erlebbarer. Menschen werden dahingehend manipuliert, sich mit dem Hauptprotagonisten zu identifizieren, oder in einer Horrorszene mitzufiebern.

Musik und Gefühle

Letztendlich vermittelt Musik ein Gefühl. Dieses wird durch das Erzählen einer Geschichte hervorgerufen. Man spricht hier auch vom Storytelling. Eine Melodie kann je nach Tonhöhe und Spielart eine Erinnerung bei einem Menschen hervorrufen und so eine Emotion auslösen. Auch das Tempo von Musik kann die Psyche des Zuhörers beeinflussen. Das nutzen viele Bereiche der Wirtschaft zu ihrem Vorteil, und nehmen aktiv auf die Kaufentscheidung von Menschen Einfluss.

Fazit: Manipulation durch Musik

Wie beschrieben, kann Musik gezielt eingesetzt werden, um den Willen der Zielgruppe zu manipulieren. Warum das so ist, hier ein kleiner zusammenfassender Überblick:

  • Musik umgibt uns täglich
  • Musik ist universell und kann von jedem Menschen verstanden werden
  • Musik spricht Emotion und unsere Urinstinkte an
  • Musik findet in nahezu allen Branchen der Wirtschaft Verwendung

Möchtest Du mehr über die Psychologie der Musik erfahren? Dann kann ich Dir meinen Artikel zur Wirkung von Musik empfehlen. In diesem beschreibe ich wie Komponisten gezielt Emotionen erzeugen können.

Eine Antwort auf „Manipulation durch Musik – die Macht der Klänge“

  1. Hallo Ronald!

    Ich bin seit einiger Zeit selbst musikalisch aktiv (ich lerne Gitarre spielen) und ein großer Filmefan. Nach langem Lesen auf deinem Blog wollte ich dir nun auch mal sagen: weiter so! Auch wenn einige Artikel nicht ganz so interessant für mich waren, so lese ich doch jede Woche wieder.

    Demnächst möchte ich auch mit meiner eigenen Gitarrenmusik Urlaubsbilder auf Youtube Stellen und damit untermalen. Gibts du dazu auch Anleitungen oder Tips?

    Könntest du auch mal einen Artikel zum Thema veröffentlichen, wo es um Gegensätze geht? Also eine traurige Musik zu schönen Bildern und was das für eine Wirkung auf Menschen hat? Danke schon im Vorraus! 🙂

    LG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.