Was ist ein Four Chord Song?

Four Chord Song

Was ist ein Four Chord Song? Es gibt vier berühmte Akkorde, die einen Hit ausmachen können. Welche das sind und wie ein Four Chord Song entsteht, erfährst Du im folgenden Blogbeitrag.

Als Filmkomponist bin ich auf der ständigen Suche nach den passenden Akkorden für meine Kompositionen. Mal lassen sich diese schnell finden, oft ist das Komponieren ein langwieriger Prozess. So bin ich per Zufall auf den Begriff “Four Chords Song” gestoßen: angeblich die Zauberformel für den klassischen Hit. Aus diesem Grund möchte ich Dir in diesem Blogbeitrag die Formel dieser Harmonie ein Stück näher bringen.

Definition

Als Four Chord Song wird die Folge von vier Akkorden (Dreiklänge) beschrieben, die von den meisten Menschen als wohlklingend empfunden wird und bereits in unzähligen Pop-Songs zur Anwendung gekommen ist.

Merkmale

Welche Merkmale weisen diese Four Chords auf und in welchen Liedern können sie verwendet werden? Besonders geeignet sind diese für:

Du siehst, die Four-Chord-Harmonie kann vielseitig eingesetzt werden. Das liegt zum Teil daran, dass sie viel Platz für eine große Variation an Melodien bietet. Je nach Tempo, Dynamik, Artikulation und Rotation (siehe unten) kann diese mal positiv oder mal melancholisch klingen.

Hier findest Du Tipps zum Komponieren im Überblick.

Entstehung/Formel

Erst einmal möchte Dir erklären, was ein Akkord ist. Ein Akkord ist ein Zusammenklang von mindestens drei einzelnen Tönen. Mehrere aufeinanderfolgende Akkorde nennt man eine Harmonie. Der “Four Chord Song” ist daher eine Folge aus vier Akkorden. Doch warum sind diese so besonders? Hier mal ein Beispiel der Akkorde C-Dur, G-Dur, A-Moll und F-Dur.

Four Chord Song – Akkorde

Wie entstehen diese “Four Chords”? Nehmen wir als Hilfsmittel den Quintenzirkel zur Hand. Er visualisiert die harmonische Zusammengehörigkeit von Akkorden. In meinem Bildbeispiel habe ich mit Pfeilen gekennzeichnet, welche Akkorde zusammen eine Four-Chor-Harmonie bilden können. Sie sind, wie Du siehst, “benachbarte Akkorde”.

Four Chord Song Formel im Quintenzirkel
Quintenzirkel, Four Chords

Wie Du deutlich siehst, liegen die Akkorde der Kombination – C-Dur, G-Dur, A-Moll und F-Dur im Quintenzirkel harmonisch eng beieinander. Nacheinander gespielt, ergeben Sie einen Kreis (siehe Bild oben). Das gleiche Konzept lässt sich auf den Start-Akkord D-Dur anwenden, damit ergeben sich die Akkorde D-Dur, A-Dur, H-Moll und G-Dur. Ebenso für E-Dur: E-Dur, H-Dur, Cis-Moll, A-Dur.

Mehr zum Thema Welche Akkorde passen zusammen?

Akkorde

Die “Four Chords” können transponiert werden, dadurch ändern sich die Start-Akkorde. Hier mal vier Beispiele:

  • C-Dur, G-Dur, A-Moll, F-Dur
  • E-Moll, C-Dur, G-Dur, D-Dur
  • H-Dur, A-Dur, G-Dur-Dur
  • G-Dur-, D-Dur, E-Moll, C-Dur

Rotation und Wirkung

Die Akkorde können rotieren und dadurch eine unterschiedliche Wirkung beim Hören erzeugen. Man spricht hier auch von Zyklischer Permutation (Siehe oben Quintenzirkel Pfeile).

  • C-Dur, G-Dur, A-Moll, F-Dur 
    häufig drückt diese Rotation eine optimistische Grundhaltung aus
  • A-Moll, F-Dur, C-Dur, G-Dur
    gilt als moderne Pop-Formel und wirkt eher traurig
  • G-Dur, A-Moll, F-Dur, C-Dur & F-Dur, C-Dur, G-Dur, A-Moll 
    gelten als neutral und werden eher weniger verwendet

Beispiele

Klaviermelodie

Im Folgenden habe ich Dir zwei Beispiele für einen Four-Chord-Song zusammengestellt. Im ersten Beispiel findest Du eine Piano-Melodie, die aus den Akkorden C-Dur, G-Dur, A-Moll und F-Dur besteht. Hier ein Video-Auszug aus meinem Musikprogramm FL-Studio.

Four-Chord-Song-FL-Studio

Trance-Melodie

Das zweite Beispiel ist ein elektronisches Stück und bezieht sich auf die Zeit, in der ich viel Trance-Musik gemacht habe. Die Akkordefolge ist hier entsprechend F-Dur, C-Dur, D-Moll und B-Dur.

Warum sind die “Four Chords” so beliebt?

Es ist schon seltsam, warum dieses Vier-Akkorde-Schema so beliebt ist. Es gibt anscheinend Klangfolgen, die besonders bei einer großen Hörerschaft als wohlwollend empfunden wird. Zum Teil sind diese beliebten Klangfolgen sogar Länder-und kulturübergreifend. Warum das so ist, hat der Musikwissenschaftler Volker Kramarz erforscht:

Er kam zu dem Schluss, dass die Harmonie (neben Takt und Melodie) mit der entscheidene Faktor für einen Hit sei. Sie sollte daher einfach gestrickt und aus Dur- und Moll Akkorden bestehen. Diese schütten das Glückshormon Dopamin aus. Atonale Harmoniestrukturen hingegen hätten es schwerer ein Glücksgefühl hervorzurufen. Mehr dazu kannst Du in seinem Werk Warum Hits Hits werden* nachlesen.

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Reichen vier Akkorde zum Hit?

Jetzt die große Frage: Reichen diese vier Akkorde allein zum Hit? Natürlich nicht. Denn allein eine beliebte Harmonie-Folge zu nutzen, ist noch lange kein erfolgreicher Song. Sie ist einzig eine Grundlage. Ein Fundament also, worauf ein emotionaler Songtext und eine gefühlvolle Melodie aufbauen können.

Mehr zum Thema Songwriting findest Du hier.

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