Was ist eine Dissonanz in der Musik? Manchmal können dissonante Töne schräg klingen und aus dem gewohnten Hörschema ausbrechen. Eine einfache Erklärung und eine Definition findest Du im folgenden Blogbeitrag!
Das Wichtigste im Überblick:
- Definition und Wahrnehmung: Dissonanz beschreibt Klänge, die sich ungewohnt oder disharmonisch anhören, da sie im Vergleich zur Konsonanz als „auseinanderklingend“ wahrgenommen werden. Diese Wahrnehmung wird kulturell beeinflusst.
- Einsatz in der Filmmusik: In Filmmusik wird Dissonanz oft gezielt verwendet, um Spannung und Emotionen zu erzeugen, da diese Klänge Unbehagen oder Dramatik auslösen können.
- Auflösung und Spannung: Ein häufiges musikalisches Mittel ist es, dissonante Akkorde gezielt durch konsonante Klänge aufzulösen, um eine befriedigende Spannungskurve zu erzeugen.
Als Filmkomponist schreibe ich in regelmäßigen Abständen über theoretische Themen der Filmmusik, Musikproduktion und Musikkomposition. In meinen vorherigen Beiträgen habe ich beiderseits über Töne und Tonleitern gesprochen, heute möchte ich aufgrund einiger Nachfragen Dir das Thema Dissonanzen näher bringen.
Die Frage zuerst, warum nehmen wir Töne, Intervalle und Harmonien als dissonant war? Und warum empfinden wir andere hingegen als konsonant bzw. stimmig? Dass hängt im Grunde davon ab, mit welcher Musik wir aufgewachsen sind. Aus diesem Grund ist die harmonische Wahrnehmung von Kultur zu Kultur unterschiedlich.
Definition
Was ist eine Dissonanz in der Musik? Handelt es sich um eine Dissonanz, spricht man in der Harmonielehre von zwei oder mehreren Tönen, die sich im Zusammenklang “fremd” anhören oder “missklingen”.
Unterschied zur Konsonanz
Was ist eine Konsonanz in der Musik? Konsonant bedeutet soviel wie “zusammenklingend”, und wirkt auf den Hörer wohltuend und entspannend. Dissonant ist die Eigenschaft, wenn Töne “auseinanderklingen”. Konsonanz ist als das Gegenteil der Dissonanz.
Intervalle
Was ist ein Intervall? Als Abstand zwischen zwei Tonhöhen wird ein Intervall bezeichnet. Eingeteilt werden diese in Stammintervalle und feinbestimmte Intervalle.
Es gibt Intervalle, die gut zusammenklingen und andere, die gefühlt nicht zusammenpassen. Das bedeutet, Intervalle, die eher schlecht harmonieren, gelten als dissonant, wohingegen gut klingende Intervalle die Eigenschaft der Konsonanz zugeordnet werden. Hier mal eine Übersicht der Stammintervalle. Als Beispiel fange ich hier mit dem Ton “C” an:
- Dissonant: schlecht klingend
- Sekunde: zum jeweiligen nächsten Ton: von c auf d
- Septime: sechs nach oben: c und h
- Konsonant: gut klingend
- Prime: zwei mal der selbe Ton: c und c
- Terz: zwei Töne nach oben: c und e
- Quarte: drei nach oben : c und f
- Quinte: vier nach oben: c und g
- Sexte: fünf nach oben: c und a
- Oktave: acht nach oben: c und c’

Dissonante Akkorde
Akkorde sind Dreiklänge, die mindestens aus drei Tönen bestehen. Dabei unterteilt man Akkorde vom harmonischen Verhältnis her in konsonante und dissonante Akkorde ein. Letztere ergeben ein Gefühl von Spannung und streben nach einer Auflösung. Zu den dissonanten Akkorden zählen Akkorde, die Sekunden und Septimen enthalten
Kurzum: Ein dissonanter Akkord ist eine gleichzeitig erklingende Sekunde oder Septime – das Komplementärintervall zur Sekunde.
Dissonanz auflösen
Nutzt Du einen dissonanten Akkord, klingt Dein Musikstück gewohnt “schräg”. Damit dieser Akkord im Kontext “richtig” wirkt, kannst Du danach mit einem Moll- oder Dur-Akkord (oder auch einzelne Töne davon) dieses angenehmen wirken lassen. Im Kontrapunkt und der Harmonielehre spricht man dabei auch vom “Auflösen einer Dissonanz”.
Nutzen von Dissonanzen in der Filmmusik
Dissonanzen werden oft in der Filmmusik verwendet, um die Wahrnehmung des Zuschauers zu beeinflussen. So können “schräge” Melodien eine Bedrohung in Horrorfilmen erzeugen oder auf wichtige Punkte der Filmhandlung hinweisen oder vorausdeuten. Stichwort wäre hier das “Foreshadowing“.
Beispiele: Dissonanz in der Musik
Zum Abschluss hier mal ein Beispiel von Joachim Roller, Musiklehrer, der Dir konsonante und dissonante Intervalle am Klavier vorspielt.
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Sehr geehrter Herr Kah,
ich verfasse derzeit ein Buch zum Thema Prinzipien der Musik.
Bei meiner Recherche bin ich auf Ihre Seite gestoßen.
Ihre Ausführungen zur Dissonanz erachte ich als äußerst dürftig und als einem Lernwilligen wenig hilfreich.
Ich vermisse v.a. die Themen “charakteristische Dissonanzen” und “nebennoten”. ganz so einfach ist das Thema denn doch nicht und man braucht bei Analysen oft viel Erfahrung und Spürsinn.
Zustztinfo: Ja ich komme von der klassischen Musik her, habe dann aber auch für Rock- und Jazzbands komponiert und bin seit 2006 als Musikdozent für Rock-, Pop-, Jazz- & Filmmusik tätig.
MfG Max Märkl
Sehr geehrter Herr Märkl,
vielen Dank für Ihren Kommentar.
Wie im Artikel erwähnt, richtet sich der Beitrag bewusst an Leserinnen und Leser, die sich dem Thema Dissonanz als Einstieg nähern, ergänzt durch meine eigene Sichtweise aus der praktischen Arbeit als Komponist.
Gerne nehme ich Ihre fachlichen Hinweise an und prüfe, ob ich sie ergänzen kann, da der Blogartikel inzwischen ein paar Jahre alt ist und sich seitdem neues Know-how angesammelt hat. Nur ein kleiner Hinweis meinerseits: Feedback entfaltet am meisten positive Wirkung, wenn es freundlich und wertschätzend formuliert ist.
Musikalische Grüße
Ronald Kah