Techno produzieren – Musikgrundlagen und Tipps für Anfänger

Techno produzieren

Du möchtest Techno produzieren und suchst nach Inspiration? Hier findest Du Tipps und Grundlagen, die Dir helfen eigene elektronische bzw. Technomusik selber zu machen. Viel Spaß!

Meine musikalischen Ursprünge liegen in elektronischen- wie auch Trancemusik. Vor knapp fünf Jahren habe ich mich aber entschieden meine Dienste als Filmkomponist anzubieten. Wie ich genau dazu gekommen bin, habe ich Dir in meiner Vita erklärt. In diesem Blogbeitrag möchte ich Dir ein paar Tipps geben, wie Du am besten Technomusik produzieren kannst.

Grundlagen

Rhythmus

Technomusik zeichnet sich in der Regel durch einen klaren 4/4 Takt aus. Der Rhythmus an sich ist also sehr simpel gestaltet. Das Tempo bewegt sich normalerweise zwischen 110 und 140 BPM. Die Kicks schlagen auf die vollen Zählzeiten, HiHats hingegen werden auf die Und-Zeiten gelegt und die Snares/Claps schlagen auf die 2 und die 4. Hier mal ein Screenshot, dazu ein Hörbeispiel:

Takt & Rhythmus von Techno Musik, Screenshot aus FL-Studio

Baseline

Die Baseline gibt den melodischen Rhythmus vor und deckt die tieferen Frequenzen ab. Als Beispiel habe ich hier den Deep Bass von Sytrus genommen.

Arpeggio

Als Begleitmelodie oder melodische Unterstützung bieten sich Arpeggios an. Sie decken die mittleren Frequenzen ab und geben der Hauptmelodie ein Fundament. Hierfür habe ich einen Euroarp von Sytrus genommen.

Melodie

Schlussendlich die Melodie. Diese sollte bei Trance und Technomusik möglichst simpel gestaltet sein. Vielleicht auch ein Stück „Ohrwurm-Qualität“ besitzen. Im folgenden Beispiel habe ich dafür ein Saw (Sägeblatt) Synthesizer verwendet.

Songaufbau

Wie jedes Lied, können auch Technotracks aus einer bestimmten Songstruktur bestehen. Es ist aber kein Gesetz. Für den Einstieg empfehle ich Dir mit bekannten Strukturen zu üben, später und mit etwas mehr Routine, kannst Du diese dann aufbrechen.

  1. Intro: Steige etwas ruhig ein, nutze erste Noten vom Hauptthema und schaffe einen Übergang bzw. Aufbau zum Beat.
  2. Beat: Der Rhythmus setzt hier voll ein. Im besten Fall gibt es hier schon einen ordentlichen „Drive„. Der Beat arbeitet langsam zum Main-Part hin.
  3. Main-Part: Hier kannst Du das Hauptthema bzw. „Hook“ spielen. Bei einem Pop-Song würde man auch vom Refrain oder Chorus sprechen. Hier präsentierst Du einfach gesagt Deine Haupt-Message.
  4. Break: Eine Break schafft Erholung und bietet dem Hörer eine kurze Pause. In dieser ruhigen Phase kannst Du langsam erneut Spannung aufbauen und auf das „Finale“ hinarbeiten.
  5. Main-Part: Hier gilt das gleiche wie bei der ersten Hook. Du kannst aber zum Ende hin noch eine Schippe drauflegen und die Intensität erhöhen und so eine emotionale Überleitung zum Beat schaffen.
  6. Beat: Wieder sehr Rhythmus betont, kannst Du schrittweise Energie rausnehmen und so den Übergang zum Outro schaffen.
  7. Outro: Das Ende kann das Hauptthema des Songs nochmal andeuten, konzentriert sich aber darauf Spannung zu verringern. Gerade Club-Songs sind so produziert, dass sie ineinander faden können, dadurch hat der DJ es leichter Übergänge zwischen Songs zu schaffen.

Erfahre hier mehr zur Entstehung und Geschichte der elektronischen Tanzmusik!

Beispiel

In einem meiner früheren Songs „Dark Embrace“ habe ich eine ähnliche Struktur verwendet. Dazu habe ich Arpeggios als auch Deep Bass Synths genutzt. Viel Spaß beim Hören. Folge mir gern auf Soundcloud!

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Richtige Equipment

Das passende Equipment, um Techno zu produzieren, lässt sich grob in fünf Bereiche einteilen, die ich Dir im Folgenden zusammengefasst habe:

  1. einen leistungsfähigen Computer: ob, PC, Mac oder Notebook, die Wahl liegt bei Dir
  2. ein Audio-Interface, um Deine Performance zu erhöhen
  3. ein Mikrofon, falls Du Gesang aufnehmen möchtest
  4. ein MIDI-Keyboard, um zu improvisieren und Melodien einzuspielen
  5. und Studiomonitore bzw. Kopfhörer, um Deine Musik perfekt abmischen zu können

Tipp: Hier findest Du allgemeine Infos, um Dir ein eigenes Homestudio einzurichten!

Passende Software

Die ultimative Musiksoftware bzw. das beste Programm zur Musikproduktion gibt es nicht. Mittlerweile haben aber alle wichtigen Musikprogramme eine sehr hohe Qualität. Entscheidend für den Kauf ist daher welches Programm am besten zu Deinem Workflow passt.

Kostenlos

Als Anfänger empfehle ich Dir mit kostenloser Software anzufangen. Das bietet Dir den Vorteil, Dich erst einmal auszuprobieren und zu schauen, welches DAW Dir am meisten zusagt. Hier mal eine kleine Übersicht.

  1. Garage Band: Apple bietet als Haus-Software Garage Band an. Mit diesem Programm sind alle möglichen Musikstile, darunter auch Techno & Dance, umsetzbar.
  2. Pro Tools First: Möchtest Du als Techno-Komponist starten? Dann kann ich Dir dieses Programm empfehlen. Mit gerade mal 16 Spuren für Instrumente und Effekte sind die Möglichkeiten eher gering, aber für den Beginn auf jeden Fall ausreichend
  3. Cubase LE 9Diese Freeware Version von Cubase ist das perfekter Starter-Paket, um mit der Technomusikproduktion zu beginnen
  4. Live 10 Lite: Auch Ableton und bietet Dir mit 8 Spuren eine kostenlose Light-Version zur Musikproduktion

Kostenpflichtig

Hier mal meine Empfehlungen: Die hier aufgeführten Produkte sind Amazon-Links, was bedeutet das ich eine Provision bekomme, der Preis für Dich bleibt aber gleich. Alle drei Hersteller bieten zudem auch Trailversionen an, die Du kostenlos testen kannst.

Weiter Infos und Tipps findest Du in meinen beiden Blogartikel „Musikprogramme für Anfänger“ und „Kostenlose Musikprogramme„.

Techno lernen – Buchempfehlung

Als weiterführende Lektüre kann ich Dir das Buch „Elektronische Musik produzieren“ empfehlen. Hier bekommst Du einen guten Überblick, worauf bei der Produktion von Pop-, Dance-, und Technomusik zu achten ist. Hier geht es zum Buch!*

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