Warum klingt Moll traurig und Dur fröhlich? Einfach erklärt

Warum klingt Moll traurig?

Warum klingt Moll traurig? Und warum verbinden wir mit Dur-Akkorden positive Klangeigenschaften? Ein Leser dieses Blogs stellte mir neulich diese Frage via E-Mail, gerne nutze ich die Gelegenheit in einem Blogbeitrag darauf zu antworten.

Woher kommt die enge Verbindung zwischen unseren Gefühlen und der Musik? Und wie kann es sein, dass Akkorde und Tonarten mal traurig und mal fröhlich wirken können? Ein sehr spannendes Thema, wie ich finde, dass zum einen den Bereich der Psychologie und zum anderen den der Physik umfasst.

Was ist Musik?

Zu allererst stellt sich die Frage: was ist eigentlich Musik? Nach Wikipedia ist Musik eine Kunstgattung, die sich aus der Summe organisierter Schallereignisse zusammengesetzt. Diese Ereignisse bestehen aus der Artikulation, dem Tempo, der Dynamik, der Klangfarbe, der Instrumentenauswahl sowie der Musikkomposition (Melodie, Harmonie) an sich. Bei letzterem spielen Akkorde eine wichtige Rolle, denn sie bilden das harmonische Konstrukt eines jeden Liedes.

Was sind Emotionen?

Nach Wikipedia wird mit einer Emotion ein Gefühlszustand beschrieben, der entweder unterbewusst oder bewusst durch einen äußeren Einfluss hervorgerufen werden kann. Bei Musik werden Emotionen angesprochen, weil unser Hörsinn sehr eng mit unserem limbischen System verknüpft ist – dieses ist für unsere Gefühle und unser Triebverhalten verantwortlich. Hören wir also ein fröhliches Lied, wird direkt der emotionale Teil unseres Gehirns aktiviert.

Mehr zum Thema: Wirkung von Musik auf den Menschen

Wie findet man einen Akkord?

Wie wählt also ein Komponist oder eine Komponistin die passenden Akkorde für sich und seine/ihre Komposition aus? Musik komponieren ist in erster Linie das Niederschreiben von Emotionen, das wiederum umgewandelt in eine akustische Botschaft einen Einblick in die Gefühlswelt darstellt. Der Komponist möchte uns also ein Gefühl vermitteln, vieles beruht dabei auf subjektiven und persönlichen Erfahrungen, so auch die Wahrnehmung der Hörer.

Was sagt die Musikwissenschaft?

In dem Buch “Allgemeine Musiklehre“* von Hans Joachim Moser wird die “traurige” Eigenschaft eines Mollakkords mit der “Molltrübung von Dur” beschrieben. Man spricht hier auch von einem “heruntergedrücktem Dur“. Dabei kann die kleine Terz in einem Mollakkord auch als Durterz bzw. große Terz mit einer beraubten Leittonspannung gesehen werden.

Nach der Strebetendenz-Theorie wird somit aus einem “Einverstanden-Sein” Gefühl bei einem Dur-Akkord ein “Nicht-Mehr-Einverstanden-Sein” Gefühl bei einem Moll-Akkord erzeugt. Daraus können sich in der Folge Emotionen wie Trauer und auch Wut herausbilden. Aus diesem Grund klingen Moll-Akkorde für einen Großteil der Hörerschaft traurig.

Mehr zum Thema Harmonie und wie Akkorde gebildet werden: Was ist eine Harmonie?

Warum klingt Moll traurig? Meine Meinung

Nach meiner Meinung ist nicht nur die Auswahl der Akkorde entscheidend, ob ein Song als traurig oder als fröhlich wahrgenommen werden kann. Denn auch ein Musikstück mit vorwiegend Dur-Akkorden kann eine traurigen Botschaft vermitteln. Zum Beispiel wenn das Tempo sehr langsam ist und die Töne sehr langgezogen werden. Die Spielweise ist also entscheidend.

Zudem können kurze und schnell gespielte Töne lustig wirken, obwohl diese in Moll komponiert wurden. Oft entscheiden Nuancen darüber, wie ein Song wahrgenommen wird. So erzeugen tiefe Töne eine Bedrohung, wohingegen hohe Töne die Stimmung heben können.

Kurzum, es ist nicht immer gesagt, dass mit der Verwendung von Moll-Akkorden gleichzeitig auch eine traurige Stimmung erzeugt wird. Es ist die Mixtur aus allem, beispielsweise die Beziehung der einzelne Akkorde untereinander, die Auswahl der Instrumente und das verwendete das Tempo. Letztendlich ist auch der eigene Gemütszustand entscheidend und wie wir basierend auf persönlichen Erfahrungen Musik registrieren – zusammengefasst, Musik wird subjektiv wahrgenommen.

FAQ

Was bewirkt Moll?

Auf viele Menschen wirken Moll-Akkorde oder Lieder, die in Moll geschrieben sind, oft traurig, verzweifelt und melancholisch. Selten hingegen heiter oder fröhlich.

Welche Tonart klingt traurig?

Es gibt Tonarten, denen werden traurige Eigenschaften zugeordnet. Zum Beispiel B-Moll, D-Moll, C-Moll, G-Moll und auch F-Moll.

Was ist die traurigste Tonart?

Die Wahrnehmung eines jeden Menschen ist anders. Spricht man aber von der traurigsten Tonart fällt auf die Tonart D-Moll.

Was macht Musik traurig?

Folgende Dinge können eine Musik traurig wirken lassen. Zum einen ein langsames Tempo und zum anderen langgezogene Töne.

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Bei meiner Recherche zu diesem Thema Warum klingt Moll traurig? hat mir das Buch “Allgemeine Musiktheorie“* von Hans Joachim Moser sehr geholfen. Möchtest Du tiefer in dieser Materie vordringen, kann ich es Dir empfehlen. Hier geht es zum Buch!*

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