Was kostet Filmmusik? – Produktionskosten im Überblick

Was kostet Filmmusik?

Wie viel kostet die Produktion von Filmmusik für einen Film, ein Werbevideo oder ein anderes mediales Produkt? Dieses Thema ist differenziert zu betrachten, da sich Projekte in ihrer Art und Umfang unterscheiden können. Trotzdem möchte ich Dir einen kleinen Einblick zu Aufwand und Preisen in der Filmmusikproduktion geben.

Als Filmkomponist bin ich weder fest angestellt, noch verfüge ich über ein regelmäßiges Einkommen. Oft werde ich auf Honorarbasis bezahlt. Was so viel bedeutet, dass ich erst nach Projektabschluss mein Geld sehe.
Manchmal wird ein Budget vorgegeben. Um an solche lukrativen Aufträge ranzukommen, müssen entsprechende Referenzen vorliegen. Hier findest Du Infos wie Du Filmkomponist werden kannst.

Bevor ein Projekt überhaupt starten kann, muss der finanzielle Rahmen festgelegt werden. Die erste Frage bei einer Auftragskomposition ist oft als „Was kostet es?“. Da ich mich mit der Beantwortung dieser Frage sehr oft konfrontiert sehe, möchte ich in diesem Blogeintrag beschreiben, wie ich meine Preise für Filmmusik oder einzelne Musikproduktionen kalkuliere.

Disclaimer: Dir hier bereitgestellten Infos beziehe ich aus meiner persönlichen und praktischen Arbeit als Filmkomponist. Diese müssen nicht allgemeingültig sein.

Wie komponiert ein Filmkomponist?

Zuerst hole ich ein wenig aus, da an die Filmmusik je nach Projekttyp unterschiedliche Anforderungen gestellt werden. Von Elektro, Pop, über Rock bis orchestrale Musik kann diese mehrere Genres umfassen, dadurch unterscheiden sich auch die Aufwände.

Ein Hollywood-Blockbuster verlangt in der Regel epische orchestrale Filmmusik – somit sind auch die Kosten weit höher (Für Instrumentalisten & Tonstudio). Für einen Imagefilm ist vielleicht ein Piano- oder Popsong vollkommen ausreichend – das Budget fällt somit geringer aus.

Was ich damit sagen möchte, es gibt keinen pauschalen Preis für Filmmusik. Dieser orientiert sich nach Art und Aufwand des Projekts.

Es gibt Filmkomponisten, die ausschließlich am Computer arbeiten, wie auch meine Wenigkeit, andere Komponisten sind gleichzeitig als Arrangeure tätig und können ein Orchester dirigieren.

Hans Zimmer zum Beispiel komponiert seine Musik digital und lässt diese später von einem Orchester umsetzen. Je nach Produktionsweise also unterscheidet sich auch der Endpreis einer Filmmusik-Produktion.

Produktionskosten im Überblick

Viele Musikhörer, aber auch Filmtreibende, wissen oft nicht mit wie viel Aufwand mit einer Musikproduktion verbunden ist. Aus diesem Grund habe ich im folgenden die wichtigsten Kosten zusammengefasst, die bei einer Filmmusik anfallen können.

Direkte Kosten

Direkte Kosten sind Kosten, die direkt mit einer Auftragskomposition verbunden sind. Viele dieser Aufwände werden oft im Voraus geleistet – also bevor überhaupt das erste Geld vom Kunden fließt.

  • Reale Arbeitszeit: Für Komposition, Arrangement, und Abmischung
  • Honorare für Gastmusiker, z.B. Instrumentalisten, Sänger, Orchester
  • Miete für Tonstudio für individuelle Ton- und Gesangsaufnahmen

Indirekte Kosten

  • Kommunikation / Organisation: Absprache mit Beteiligten im Projekt
  • Aktuelles Equipement: Musikhardware (PC, Studiomonitore, Interface, Mikrofone) sollte auf den neuesten Stand sein
  • Weiterbildungen: Schulungen, Selbststudium in Sachen Musikproduktion (Neue Software, neue Plugins, neue Trends)

Gewinn: Da man als Musiker nicht nur kostendeckend arbeiten, sondern auch einen Gewinn mit seiner Arbeit erwirtschaften möchte, fließen auch diese Werte in die Berechnung der Produktionskosten ein.

Praxisbeispiel

Nehmen wir einmal an, Du bist einE RegisseurIN und Du brauchst 10 Minuten Musik für Deinen Kurzfilm. Oft verfügst Du dabei über ein festes Budget und musst daher gut planen. Das geht am besten mit Zahlen, darum möchte ich Dir einen kleinen Überblick geben, wie viel eine solche Musik bei mir kosten würde.

Zur Info: Ich komponiere und produziere meine Musik ausschließlich am PC und habe daher kein Orchester im Rücken.

Arbeitsschritte

Folgende Schritte sind für mich notwendig, damit bei der Zusammenarbeit mit meinem Auftraggeber ein zufriedenstellendes Endergebnis erbracht werden kann.

  • Vorgespräch: was wünscht sich der Kunde? Stimmt die Chemie, um überhaupt eine Arbeitsgrundlage zu bilden?
  • Angebot: auf Basis meiner Informationen, erstelle ich ein Angebot, dass den genauen Preis beinhaltet
  • Hauptkomposition: komponieren von Harmonien, Melodien sowie einem Hauptthema
  • Instrumentenauswahl/Arrangement: das Musikstück muss an die Motivik des Films oder an das Produkt angepasst werden (Sound Branding)
  • Feedbackrunde: ist der Kunde zufrieden oder gibt es Optimierungswünsche? Meistens ja
  • Anpassungen auf Wunsch des Kunden vornehmen
  • Finale Abmischung der Musik und Mixing

Wie viel Arbeitszeit ist das? 10 Minuten Filmmusik kann schon einmal 20-25 Arbeitsstunden umfassen. Also eine knappe Vollzeit-Woche.

Preismodelle

Als Praxisbeispiel hier eine Berechnung von „10 Minuten Filmmusik für einen Kurzfilm„. Diese möchte ich auf drei unterschiedliche Preismodelle anwenden. Am Ende sage ich Dir dann, welches Modell davon ich bevorzuge.

Nach Aufwand

Auf Basis seiner Erfahrungen, schätzt der Komponist den Aufwand und die Ressourcen ein, die notwendig sind, um die Erwartungen und Ziele des Kunden zu erfüllen.

Beispiel:
10 Minuten Musik können im Schnitt 20 Arbeitsstunden umfassen. Multipliziert mit einem Stundensatz von 80 Euro wären das:

Preis: 1600 Euro

Nach Minuten

Die Berechnung des Preises orientiert sich an der Länge der Musik. Nach meinen Recherchen und persönlichen Quellen kann der Preis pro Minute bei 200 Euro liegen.

Beispiel:
Bei 10 Minuten Filmmusik für den Kurzfilm, wären das zusammen:

Preis: 2000 Euro

Nach Tagessatz

Der Preis wird auf Basis eines Tagessatzes berechnet. Nehmen wir an, der Komponist weiß, dass er am Tag zwei Minuten Musik schafft, dann kann er mit einem Tagessatz von 400 Euro arbeiten.

Beispiel:
Beim unserem Beispiel von 10 Minuten Musik wären das nach 5 Tagen Arbeit am Ende wieder:

Preis: 2000 Euro

Meine Preise: Wie Du siehst, ist der Preis bei einem Tagessatz und dem Preis-Pro-Minute gleich. Die Kosten bei einer Aufwandschätzung fallen etwas geringer aus, da der Komponist hier auf Basis seiner Erfahrungen den Umfang des Auftrages realistischer einschätzen und eventuell auch auf das Budget des Kunden Rücksicht nehmen kann.

Ich persönlich arbeite mit einer Aufwandsschätzung, da es für den Kunden transparenter ist, wenn ich sage „Für die Art von Musik und in dem von Dir gewünschten Umfang brauche ich x-Arbeitsstunden – das ist mein Preis.“ . Filmmusik ist individuell und hat unterschiedliche Ansprüche. Einen Pauschalpreis zu nennen ist schwierig, da jedes Projekt unterschiedlich ist.

Fazit: Was kostet Filmmusik?

Je nach Stil und Machart können die Kosten für Filmmusik unterschiedlich ausfallen. Zum Beispiel sind 10 Minuten sphärische Klänge nicht so arbeitsintensiv wie 10 Minuten durchkomponierte Orchestermusik.

Beim meinem genannten Beispiel, dass bei einer Aufwandsschätzung für 10 Minuten Musik 1600 Euro vorsieht, sind das bei 20-25 Stunden Arbeit und nach Abzug von Steuern auch nicht mehr als ein Festangestellten-Gehalt.

Was bei meinem Beispiel-Angebot wegfällt sind Honorare für Livemusiker und somit auch die Miete für ein Tonstudio, da ich die meisten meiner Musikstücke am PC komponiere. Dazu nutze ich das DAW FL-Studio und die Sound-Library von Nexus.

Grundsätzlich gilt bei mir aber, dass ich mich am Budget des Auftraggebers orientiere. Je nach Umfang und Anspruch, kann der Arbeitsaufwand und somit der Preis variieren.

https://recording.de/threads/wieviel-fuer-film-werbemusik.148386/

Filmkomponist finden

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