Als Sound Design wird die Verarbeitung und Gestaltung von Geräuschen, Klängen und Musik in der Film- und Audioproduktion bezeichnet. Erfahre hier alles wichtige rund um das Thema “Tongestaltung”, von der Definition bis zum passenden Studiengang.
Für mich als Filmkomponist spielt das Thema Sound Design eine wichtige Rolle. Denn Musik, Geräusche und Soundeffekte müssen in einem Film zusammen harmonieren. Im besten Fall bilden sie eine Einheit, wenn nicht sogar eine Symbiose. Ein Beispiel wäre der Film “Bladerunner 2049”, bei dem Geräusche und Musik ineinander übergehen und dadurch erst den typischen diatonischen Sound hervorrufen wird.
Definition
Sound Design, oder auch Tongestaltung, ist die Kunst der Gestaltung und der Bearbeitung aller akustischen Elemente für einen Film, ein Video, Computerspiel oder auch einer Marke. Schwerpunkte der Arbeit bilden hierbei die Musik-, Sprach- und Geräuscherstellung.
“Half of the storytelling ability is sound.”
Joe Herrington, Media Designer
“Klang macht die Hälfte vom Geschichten erzählen aus.”
Aufgaben Sound Designer
Was macht ein Sounddesigner? Die Aufgaben eines Sound Designers lassen sich in drei wesentliche Punkte zusammenfassen:
- dem Zuschauer/Zuhörer das Gefühl vermitteln eine Szene sei Realität
- die Wahrnehmung des Zuschauers beeinflussen und eine passende Atmosphäre erzeugen
- Geräusche, Musik und Sprache erzeugen die passende Emotion, um die Handlung zu unterstützen
Darunter fallen rein praktische Umsetzungen als Problemlöser:
- Entwickeln eines klanglichen Konzepts
- Erzeugen neuer Sounds durch Aufnahmen oder Synthese
- Bearbeiten und Kombinieren von Klängen
- Anpassen von Sounds an Bild, Interaktion oder Kontext
- Technische Integration in Film-, Game- oder Softwareprojekte
Wo wird Sound Design eingesetzt?
Film und Fernsehen
Im Film sorgt Sound Design für Atmosphäre, Spannung und Emotionen. Schritte, Wind, Explosionen oder futuristische Effekte werden meist künstlich erzeugt oder stark bearbeitet. Ohne Sound Design würden Filme flach und leblos wirken. Allerdings gibt es Ausnahmen, wie zum Beispiel Toni Erdmann.
Games und interaktive Medien
In Spielen ist Sound Design besonders wichtig, da es direkt auf das Handeln der Spieler reagiert. Videospielmusik, Geräusche und Dialoge geben Feedback, verstärken Immersion und helfen bei der Orientierung in der Spielwelt. Moderne Videospiele nutzen dynamische Sounds und Audio-Effekte, die sich ständig anpassen.
Werbung und Branding
Viele Marken haben einen eigenen Klang. Hier reicht die Palette vom kurzen Audio-Logo bis hin zum kompletten Soundkonzept. Sound Design hilft dabei, Marken wiedererkennbar und emotional machen und seine Zielgruppe auf einer emotionalen Ebene anzusprechen.
Apps, UX & Produktdesign
Auch kleine Klänge haben große Wirkung: Ein Bestätigungston, eine Fehlermeldung oder ein dezentes Feedback-Geräusch verbessern die Benutzerfreundlichkeit bei digitalen Anwendungen, erzeugen Bindung und vermitteln gleichzeitig auch ein Stück Sicherheit.
Musik und Kunst
In der modernen Musikproduktion ist Sound Design ein zentrales Element. Synthesizer, Effekte und verschiedene Klangquellen erweitern die musikalische Ausdruckskraft weit über klassische Instrumente hinaus.
Sound Design im Kino
Die Tongestaltung ist maßgeblicher Bestandteil der Postproduktion eines Films. Durch Musik und Klangeffekte wird eine geeignete Atmosphäre erzeugt, um die Dramaturgie einer Handlung zu unterstützen. Als Revolutionsjahre des Kino-Sounds werden die 70er Jahre gesehen. George Lucas war einer der vielen jungen aufstrebenden Regisseure, die neuen Wind in die Kinobranche brachten. Zudem war Lucas Wegbereiter für das “THX-Sound-System“, dass ab 1983 neue Standards für den Filmton setzte.
Wie entsteht Sound Design?
Soundquellen
Sounds können aus ganz unterschiedlichen Quellen stammen:
- Field Recordings (Aufnahmen realer Geräusche)
- Synthese (analoge oder digitale Klangerzeugung)
- Samples aus Libraries oder eigenen Archiven
Oft entstehen neue Sounds durch das Kombinieren mehrerer Quellen.
Bearbeitung und Gestaltung
Rohklänge werden anschließend bearbeitet:
- Equalizer, Hall, Delay oder Verzerrung
- Schneiden, Dehnen und Layering
- Platzierung im Raum und in der Zeit
So entsteht aus einem einfachen Geräusch ein komplexer, wirkungsvoller Sound.
Software
Als Audio Software bieten sich in erster Linie DAWs (Digital Audio Workstations) an. Hier können neben Ideen der Musikproduktion auch Audio- wie auch Sprachaufnahmen umgesetzt werden. Dazu mal einige Empfehlungen:
Wie wird man Sound Designer?
Vorraussetzungen
Es gibt keinen festen Weg. Wichtig sind:
- Ein gutes Gehör und technisches Verständnis
- Kreativität und Neugier
- Erfahrung durch Praxisprojekte
- Ein aussagekräftiges Portfolio
Viele Sound Designer sind Quereinsteiger und lernen über Tutorials, Kurse und praktische Arbeit.
Studium
Sound Designer/in kann man auf verschiedenen Wegen werden. Zum einen kann man eine Ausbildung zum MediengestalterIN Bild und Ton beginnen oder gleich ein Studium aufnehmen. Dabei bietet sich die Wahl zwischen Bacherlorstudiegängen im Bereich der Medientechnik oder der Filmmusik & Sound Design an. Hier mal eine kleine Übersicht:
- Bachelorstudiengang an der Filmhochschule Babelsberg. Hier werden Dir die Grundlagen der Filmtonproduktion, Tonbearbeitung und Sound Design beigebracht, mehr zum Studiengang.
- BA Audio Design an SHR Hochschule bei mit Schwerpunkt auf immersive Klangwelten, 3D Sound und Musikkomposition. Hier mehr.
- HOFA College bietet flexible Fernstudiengänge zu Audio Engineering an, bei Dir das grundlegende Wissen vom Tonstudio bis zur Postproduktion beigebracht wird. Hier mehr Infos.
Die Zukunft von Sound Design
Neue Technologien verändern die Branche rasant, besonders KI wird hier maßgeblich die Branche prägen.
- 3D- und Spatial Audio
- Virtual und Augmented Reality
- KI-gestützte Klanggestaltung
Sound Design wird immersiver, interaktiver und noch stärker in digitale Erlebnisse integriert sein.
FAQ
Als Sound Design wird innerhalb der Medienproduktion die Ausgestaltung, Bearbeitung und Abmischung von Musik, Dialogen und Soundeffekten bezeichnet.
Da die meisten Sound Designer auf Honorarbasis arbeiten, kann das monatliche Gehalt deutlich schwanken. Im Durchschnitt kann sich das Einkommen zwischen 1.500 bis 3.000 Euro bewegen.
In der Film- und Medienproduktion spricht man vom “Sound“, um die charakteristische Klangeigenschaft eines Musikstücks, Geräuschs, Dialogs oder einer Tonspur zu beschreiben.
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